Endlich ist es soweit und wir können wieder segeln. Aufgrund der räumlichen Entfernungen ist das Ausklarieren auf Curacao doch mit einigen Zeitaufwand verbunden. Da nunmehr auch noch ein PCR Test dazu kommt, waren wir einen halben Tag mit den Vorbereitungen zur Abreise beschäftigt. Natürlich zusätzlich zum See klarmachen des Bootes, was nach einem halben Jahr Segelpause auch ein beachtlicher Aufwand war. Aber alles hat ohne Komplikationen geklappt, wir fühlen uns gut vorbereitet für die Überfahrt nach Aruba. Die Strecke haben wir in zwei Etappen aufgeteilt, wir segeln am ersten Tag entlang der Küste von Curacao bis zur Bucht von Santa Cruz, einem sehr schönen und etwas abgelegenen Ankerplatz. Von dort aus wollen wir noch vor Sonnenaufgang starten, um zeitig in Aruba anzukommen und dort die Einklarierung möglichst noch am selben Tag zu schaffen. Mit diesem schönen Plan im Kopf sind wir am frühen Morgen in Seru Boca losgefahren. Wie erwartet mit einigen Tränen in den Augen.
Leinen los im Morgengrauen. Dieser Ort ist uns schon ein bisschen ans Herz gewachsen.
Auf dem Weg hinaus ins Spanish Water, aber diesmal nicht wie sonst mit dem Dinghi, sondern mit unserer Kobel und wohl für lange Zeit das letzte Mal.Abschied auch von der Santa Maria, an der wir jeden Tag auf dem Weg zum Schwimmen vorbeigefahren sind. Ein freundlicher Chilene hat uns vor einigen Monaten einmal auf dem Schiff herum geführt, es ist mit sehr viel Liebe ausgebaut.
Und noch ein Abschied, diesmal vom schönsten Badeplatz, den wir bislang auf unsere Reise gefunden haben. Der Santa Barbara Beach mit seinem langen Steg und dem super klaren Wasserboot einfach eine ideale Schwimmstrecke. Da das Hotel geschlossen war, traf man hier außer an den Wochenenden immer nur wenige Menschen, die wie wir mit Booten kamen oder in den umliegenden Häusern wohnen. Sogar mein Freund, der Pelikan, hat es sich nicht nehmen lassen, zum Abschied noch einmal vorbei zu schauen.
Noch ein paar letzte Blicke zurück auf die Küste rechts und links vom Kanal, dann heißt es Segel setzen und auf zu neuen Zielen.Bei idealem Wind, unterstützt von einer leichten Strömung war diese Strecke ein reines Genusssegeln mit bis zu 7,8kn Geschwindigkeit. Für unser Boot ist das schon nahe am Rekord. Durch die Abdeckung der Insel gab es kaum Wellen, so dass wirklich nichts die Freude am Segeln beeinträchtigen konnte. So schön.
Vorbei an Willemstad …….. …….. hier noch einmal die markante Silhouette der Stadt.
Um die Mittagszeit erreichen wir dann die wunderschöne Bucht von Santa Cruz. Der Anker hält im sandigen Grund und wir lassen das Dinghi ins Wasser, um uns die beiden örtlichen Attraktionen anzusehen. Das ist zum einen ein leicht beim Schnorcheln zu erkundendes Wrack in der Mitte des Ankerfelds, zum anderen der sogenannte Blue room – eine durch einen kurzen Tunnel unterhalb der Wasseroberfläche zu erreichende Höhle. Um bei der Wahrheit zu bleiben, haben wir uns jedoch nicht getraut ohne Führung und Ortskenntnis bei dem doch beachtlichen Wellengang an den Felsen zu tauchen. Da haben wir uns doch lieber bei einem freundlichen Fischer erkundigt, ob er denn etwas gefangen hätte, was wir uns zum Abend grillen könnten. Das war eine gute Entscheidung, der Mann hat sich ehrlich gefreut und uns für unsere restlichen paar Gulden eine im wahrsten Sinne bunte Mischung an Fischen aufs Boot gebracht.
Frischer geht es nun wirklich nicht, wir haben uns einen Salat gemacht und zwei von den Fischen gegrillt, der Rest wurde eingefroren.Zum Abend kam Regen auf, das hat uns aber nicht gestört da wir zeitig ins Bett sind. Auch ein Abendhimmel ohne klassischen Sonnenuntergang kann sehr stimmungsvoll sein.Auf der gesamten Überfahrt nach Aruba hatten wir praktisch Windstille, wir mussten also die ganze Strecke motoren. Das war jedoch insofern in Ordnung, als dass die Motoren ja ebenfalls bald ein halbes Jahr nicht gefordert waren und so ein Testlauf jetzt doch einmal ganz angebracht war. Ohne Wind ist das Boot ziemlich gerollt, für die kurze Strecke war das aber auch kein Problem. Um die Mittagszeit war ja dann auch schon Land in Sicht.
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