Pazifiküberquerung Galapagos – Marquesas, Tag 5

Das Regenwetter bleibt uns erhalten, draußen ist es grau in grau und regnet oder nieselt immer mal wieder. Der Wind weht zum Glück dauerhaft aus der für uns günstigen Richtung (SO) und wir haben auch nach wie vor eine leichte Strömung mit uns. Dafür schwankt die Windstärke weiterhin. Die Wellen werden zwar etwas höher, es ist aber immer noch eine vergleichsweise ruhige See.
Heute früh hat Adrian ein ungewöhnliches Motorengeräusch gehört, woraufhin wir Ausschau gehalten haben und Fischerboot mit 4 kleinen Begleitbooten vielleicht eine Seemeile von uns entdeckt haben. Bei dem schlechten Wetter tun uns die Leute auf diesen offenen Booten so weit draußen auf See so richtig leid. Im Cockpit ist es nass, also halten wir uns heute im Boot auf. Da wir einen Halbwindkurs mit der Genua fahren, hat das Boot deutliche Lage. Das bedeutet im Alltag, dass die Bereiche an Bord, die bei der Schräglage „unten“ sind, besser und bequemer nutzbar sind, als Sitze, Betten, Ablagen….., von denen man selbst bzw. alles Abgelegte herunterrutscht. Aber unser Boot ist entsprechend eingerichtet, sodass das kein größeres Problem ist. Ein bisschen Übung haben wir damit ja auch schon und so haben wir verschiedene Dinge an Bord, die das Leben bei Lage erleichtern. So liebe ich zum Beispiel unsere Kissen aus Tempuraschaum, die wir nicht als Kopfkissen benutzen, sondern im Bett hochkant an der Bordwand platzieren. Dann wird man bei Seegang dort sanft hineingedrückt und dann langsam federnd wieder zurückgeschoben. Das ist echt gemütlich, man fühlt sich richtig geborgen. Praktisch ist auch ein textiler Sitzwürfel, den man in jede Ecke, in der man guten Halt findet perfekt einpassen kann und – darauf sitzend – garantiert keinen Zentimeter rutscht. Auch das ist wirklich entspannend und vor allem bei längeren Strecken eine Wohltat für die strapazierten Muskeln.
Heute morgen haben wir mit 375sm ziemlich genau 1/8 der Gesamtstrecke von 2969sm zurückgelegt. Das durchschnittliche Etmal (Seemeilen pro 24Std) betrug dabei 94sm, unter Berücksichtigung der unfreiwilligen Unterbrechung vor Anker in Villamil (Isabela) 113sm. Daraus lässt sich eine durchschnittliche Geschwindigkeit von 4,7 Knoten ableiten. Das ist realistisch, da wir 3 1/2 Tage Flaute hatten und damit auf 63 Motorstunden (verteilt auf 2 Motoren) kommen, die wir so sparsam als möglich gefahren haben.
Der erste Vogel zeigt Interesse am Mitreisen, leider versucht er sich auf dem Solarpaneel am Heck einzurichten, während wir ihm gern die Reeling am Bugkorb zuweisen würden. Da muss also noch etwas Überzeugungskraft aufgebracht werden.

Unsere Position am 29.01.2023 um 18 Uhr Bordzeit (UTC-6): 2*27‘63“S // 97*12’55“W

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