Pazifiküberquerung Galapagos – Marquesas, Tag 4

Wir sind voller Hoffnung in diesen Tag gestartet, dass wir heute endlich auf segelbaren Wind treffen. Leider herrscht am Morgen und auch den ganzen Vormittag über weiterhin Flaute. Der Wind dreht zwar allmählich, dafür aber beständig, auf Südost, so dass jetzt eigentlich nur noch etwas Power dazu kommen müsste. In den Wettervorhersagen befinden wir uns in einem Grenzbereich zwischen Windstille und mäßigem Wind. Durch den unfreiwilligen Aufenthalt von 16 Stunden haben wir das Windgebiet, in dem wir eigentlich fahren wollten verpasst und fahren jetzt praktisch dem Wind hinterher. Ändern lässt sich an der Situation jedoch nichts, also überlegen wir, welche Möglichkeiten wir noch haben. Ich muss damit kämpfen, meine Nerven unter Kontrolle zu behalten und keine Panik zu bekommen, es ist schon beängstigend zu wissen, wie viele Seemeilen wir noch vor uns haben und bislang keine davon segeln zu können. Adrian schlägt vor, unseren Blister (ein seeeehr großes ballonartiges Segel aus dünnem Material für leichte Winde) vorzubereiten, damit wir auch bei ganz wenig Wind ohne Motorunterstützung vorwärts kommen. Wir haben dieses Segel bisher nur einmal getestet, aber noch nie im Ernstfall benutzt. Es ist auf alle Fälle eine sinnvolle Option, bis zum Mittag stellt sich die Frage aber gar nicht, da der Wind auch für dieses Segel nicht ausreicht,
Dann kommt mal wieder alles anders als erwartet. Der Wind ist ab 14 Uhr da, wir holen die Genua (unser größtes angeschlagenes Segel) heraus, schalten den Motor aus und segeln problemlos mit 5 bis 6 Knoten. Das Meer ist ruhig und so machen wir angenehme Fahrt.
Leider stellt sich aber kein beständiges Wetter ein. Wir kommen zur Nacht hin in ein offensichtlich ausgedehntes Schauergebiet. Es gibt zwar keinen ergiebigen Regen, aber der Wind schwankt für uns nicht vorhersehbar zwischen 5 und 17 Knoten. Das bedeutet ständiges Korrigieren der Segelstellung, Reff rein und wieder raus ……, was im Nieselregen nicht so viel Spaß macht.
Es war also nicht unbedingt einer unserer schönsten Segeltage, trotzdem sind wir froh, endlich segeln zu können und die Bedingungen sind vielleicht etwas unangenehm, aber nicht wirklich schlecht.
Unsere Position am 28.01.2023 um 18 Uhr Bordzeit (UTC-6): 2*02‘19“S // 95*17‘71“W

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